Plattling - eine rührige Stadt

Kommunalpolitik

Das Thema Kommunalpokitik stand im Mittelpunkt der Veranstaltung der SPD AG 60plus bei ihrem Treffen am 19. September 2019 in den Fischerstub`n in Plattling.

Eingangs stellte Stadtrat Georg Weiß sich persönlich vor. Schon seit 41 Jahren ist er Mitglied im Plattlinger Stadtrat und seit 30 Jahren ist er  Fraktionsvorsitzender SPD im Deggendorfer Kreistag. Seinen Vortrag über die örtliche Kommunalpolitik begann Weiß mit den Worten: „Ich habe die Entwicklung Plattlings von der Eisenbahnerstadt hin zu Industriestadt von Beginn an miterlebt.“ Er schilderte,  dass die Isarstadt zu einem bedeutenden Industriestandort wurde. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs hatte Plattling die große Chance, das eine Million Quadratmeter umfassende Gelände eines ehemaligen Luftwaffenflugplatzes zu erwerben. Dieses Gelände wurde dann als Gewerbefläche  ausgewiesen können. Dies sei der Schlüssel zu einer bedeutenden Industrieansiedlung gewesen. Der SPD-Fraktionschef im Stadtrat ging dann speziell auf die heutigen Plattlinger Verhältnisse ein und lobte, dass man bei einer Einwohnerzahl von 13.000 Menschen über 7500 Arbeitsplätze verfüge und nannte das eine stolze Zahl. Auch habe 2019 die Stadt erstmals im Haushalt die 50-Millionen-Grenze überschritten, wovon alleine 22 Millionen auf den Investitionshaushalt entfielen. Ins Gericht ging Weiß jedoch mit den Kosten von acht Millionen Euro für das Forschungszentrum Moderne Mobilität, auch kurz MoMo genannt. Diese Auslagerung der THD Deggendorf sei ausschließlich Landesangelegenheit. „Wir als Stadt zahlen die gesamten Baulichkeiten und das Land nur das, was reinkommt“, ärgerte sich Weiß. „Dabei dürfen wir das gar nicht, auch wenn technisch alles, wie in Teisnach hochwertig ist, wo eine solche Maßnahme 400 bis 500 Arbeitsplätze gebracht hat. Lob gab es für die Schulen und Kindergärten Plattlings. Hier sei die Stadt gut aufgestellt, meinte Weiß, schränkte aber hinsichtlich des Stadtteils Pielweichs ein, dass Kindergärten da hingehörten, wo sie auch gebraucht würden. Ein weiteres Lob gab es dann wieder für die Baumaßnahmen der Stadt, besonders was die Rathauserweiterung für acht Millionen anging. Seine Sorge drückte drückte der Kommunalpolitiker Weiß über die zunehmenden Leerstände in der Isarstadt und der Region aus und nannte Zahlen dazu. So stünden alleine in Plattling 15 Geschäftsräume leer, in Deggendorf seien es schon 36 Leerstände. Hinzu käme das Wirtshaussterben, das von Weiß als ein wahnwitziges gesellschaftliches Problem bezeichnet wurde. „Denn“, so der Referent im Rückblick, „in meiner Jugend gab es alleine in Plattling fünf Lokale, wo die Jugend sich aufhalten und tanzen konnte. Heute gibt es nichts mehr, nur noch Speiselokale. Wir haben unsere frühere Lebensqualität verloren“, bedauerte Georg Weiß, der auf die Kommunalpolitik zurückkommend feststellte: „Nicht der Bundestag, sondern die Politik in den Kommunen ist die Krone der Politik.“

 
 

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